NITSCH
VORBILDER, ZEITGENOSSEN, LEHRE

Künstlerhaus 26.6.09 - 11.10.09
Karlsplatz 5, 1010 Wien
Täglich 10 - 18 uhr, Donnerstag bis 21 Uhr

verlängert bis 11. Oktober 2009


Anton Jessner

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Anton Jessner, 2007, ohne Titel, Acryl auf Leinwand, 100*140 cm
Download: http://www.jessner.at/khaus/jessner_khaus_1.jpg

 

Geboren 1967 in Spittal an der Drau / Kärnten. Studium der Informatik, Philosophie und Wissenschaftstheorie an der Johannes Kepler Universität in Linz. Gruppendynamikausbildung beim ÖAGG in Wien. Teilnahme an der Sommerakademie Hortus Niger – internationale Sommerakademie für bildende Kunst und Hoke Schule in Halbenrain, Klasse Aktionsmalerei unter der Leitung Prof. Hermann Nitsch. Intensive Beschäftigung mit Organisationsentwicklung durch Kunst. Lebt und arbeitet in Wien.

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Anton Jessner, 2007, o.T., Foto auf Dibond kaschiert, je 75*50 cm
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Download: http://www.jessner.at/khaus/jessner_khaus_7.tif

1997 kam es bei der 40. Malaktion im 20er Haus zu einer nachhaltigen Begegnung mit Hermann Nitsch und seinem Werk - zahlreiche weitere folgten. Manche beschreibt Jessner so: „Mich zerreißt es in Nitschs Nähe in kleinste Teile, ich zerfalle in alle Atome. Alle Zellen werden im selben Moment synchron wieder neu zusammengesetzt - ein Glücksgefühl durchströmt meinen Körper“. Lebensverändernd war für Jessner die Teilnahme an der Sommerakademie 2006 bei Hermann Nitsch - damit begann eine intensive künstlerische Auseinandersetzung mit Malerei, Körper und Gefühl.

Aktuell beschäftigt sich Jessner mit der Kombination von Organisationsentwicklung, Gruppendynamik und Kunst. Er versucht die komplexe Welt durch das reale Unbewusste sichtbar zu machen und bildet die unbewusste Realität nicht direkt durch Abstraktion ab, sondern durch den Zwischenschritt mit den in der Aktionsmalerei entstandenen Gefühlen. Diese rückinterpretieren das Komplexe synchron über den Gefühlszugang und machen so das Unbewusste sichtbar. Das Bewusstsein und Unterbewusstsein bekommt Feedback - gleichzeitig wird Vergangenes gehoben und so Neues produziert - Fortschritt und Zukunft möglich...

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Anton Jessner, 2007, o.T., Acryl auf Leinwand, 120*80 cm
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Anton Jessner, 2006, o.T., Acryl auf Leinwand, 157*195 cm
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Mittlerweile zahlreiche Ausstellungen, unter anderem im Rothof, Aromat, Tramina, Künstlersymposium Straden, Atelier Golz, Die Lange Nacht der Museen - Das Wandernde Museum, KfMiN - Niederösterreichisches Landesmuseum.

Pressetext

Die Ausstellung im Künstlerhaus erweitert die Präsentation der Werke Hermann Nitschs aus allen Schaffensphasen um Kunstwerke, Artefakte und Dokumentationen von Künstlern und Kollegen der Vergangenheit und der Gegenwart. In diesem Kontext entsteht die Möglichkeit, Nitschs Œuvre in umfassender, erweiterter, oft bisher unbekannter Weise betrachten und die Ursprünge und die Entwicklung des künstlerischen Werkes von Hermann Nitsch nachvollziehen zu können.

Beeinflußt durch Vertreter der avantgardistischen Wiener Traditionen der Jahrhundertwende wie Sigmund Freud, Arnold Schönberg, Gustav Mahler, Egon Schiele und Oskar Kokoschka entwickelt Nitsch seit den späten 50er Jahren auch durch das Aufkommen von informeller Malerei, Tachismus und Aktionsmalerei das Orgien Mysterien Theater. Das Gesamtkunstwerk hat den universalistischen Anspruch Musik, Theater, performative und bildnerische Elemente in Bezug auf das menschliche Leben - die Existenz im realen und metaphysischen Sinne - miteinander zu verbinden.

Im Weiteren werden Werke seiner Kollegen und Freunde in der Ausstellung präsentiert, die Wegbegleiter, Inspiratoren und Kritiker für Hermann Nitsch sind und waren. Überschneidende Aspekte in den Werken sollen neue Zusammmenhänge offenbaren, Abgrenzungen aufdecken: u.a. Arnulf Rainer, Günter Brus, Christian Ludwig Attersee, Otto Mühl, Gerhard Rühm, Markus Prachensky und Peter Kubelka werden mit ihren Arbeiten Kontraste und verblüffende Verschränkungen künstlerischer Prozesse sichtbar machen.

Ebenso beeinflußt hat Nitsch eine nachfolgende Künstlergeneration: nach über 30 Jahren Lehrtätigkeit an der Frankfurter Städelschule, an den Sommerakademien in Salzburg und Halbenrain sind seine Schüler nicht selten bis heute auch Assistenten und Akteure in Hermann Nitschs Aktionen.

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Anton Jessner, 2007, o.T., Acryl auf Leinwand, 150*150 cm
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KünstlerInnen

Künstler: Andrea Cusumano, Christian Ludwig Attersee, Thomas Bernsteiner, Alfred Biber, Herbert Boeckl, Herbert Brandl, Arik Brauer, Günter Brus, Heinz Cibulka, Wolfgang Denk, Jim Dine, Caren Dinges, Thomas Draschan, Anton Faistauer, Jenny Feldmann, Magdalena Frey, Frank Gassner, Ludwig Gerstacker, Richard Gerstl, Helmut Hable, dieholasek, Hanna Hollmann, Herbert Hollmann, Friedensreich Hundertwasser, Anton Jessner, Alexander Karner, Peter Kasperak, Gustav Klimt, Anton Kolig, Cornelius Kolig, Oskar Kokoschka, Carsten Kraft, Rudolf Leitner-Gruendberg, Esther Merz, Hanno Millesi, Otto Muehl, Barbara Philipp, Evangelina Pitsou, Rudolf Polanszky, Markus Prachensky, Arnulf Rainer, Paul Renner, Thomas Riedel, Franz Ringel, Dieter Roth, Gerhard Rühm, Egon Schiele, Ralf Schmitt, Leopold Schuster, Rudolf Schwarzkogler, Vroni Schwegler, Andreas Stasta, Hans Staudacher, Katrin Sturm, Antoni Tàpies, Emilio Vedova, Ekrem Yalcindag, Kurt Zein, Guiseppe Zevola.

 

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Anton Jessner, 2007, o.T., Acryl auf Leinwand, 180*200 cm
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