2009: meine neues Buch -
"Die Orchestrierung der Wäscheleine"

Seit 2006 beschäftige ich mich intensiv aktiv mit Malerei. Dabei versuche ich die komplexe Welt durch das reale Unbewusste sichtbar zu machen und bilde die unbewusste Realität nicht direkt durch Abstraktion ab, sondern durch den Zwischenschritt mit den in der Aktionsmalerei entstandenen Gefühlen. 

Die Aktionsmalerei kann aber auch ein Mittel zur Weiterentwicklung ihrer selbst sein. Die erwähnten Zwischenschritte sind durchaus handfeste Resultate. Bedeutend ist, dass es das fertig nicht gibt, sondern nur den Moment wo Zwischenschritte Zwischenschritte sind, sein dürfen und sie sich so der Terminologie ihrer selbst enthaften. Fertig ist man nie, das wäre das Ende. 

Entlastend ist, dass dadurch Weltmodelle bzw. Welterklärungsmodelle (z.B. die "theorie of erverything") nicht mehr notwendig sind und man sich derer entledigen kann und darf. Das Entlastende ist die Aufhebung des Terminus Zwischenschritt, ohne „end“ zu sein. So wird der Zwischenschritt zum Schritt geboren und gangbar und gehbar und zur Quelle geowrden, wo Neues entstehen kann.

Das führt im Augenblick der Gestaltung zur Kreativität. Die Aktionsmalerei wird im Prozess verlangsamt und so zur Aktionsmalerei-Malerei. Das wird besonders deutlich im Bild „Die Orchestrierung der Wäscheleine“, wo die Aktionsmalerei als Hilfe für den Pinsel dient und die Kraft, die Spontanität und der Moment des Augenblicks im hier und jetzt voll genossen werden und werden kann, ohne ihre Herkunft zu verraten. So kann beispielsweise Verzweiflung unmittelbar zum Ausdruck kommen. Der Zwischenschritt wird ersetzt durch Zwischenreflexion ohne Zuhilfenahme des Bewusstseins. Diese Zwischenreflexion wird für den Betrachter/die Betrachterin reflektiv bzw. transflektiv (halbdurchlässig), oder transmissiv (durchlässig). Die Transformation zu neuer Erkenntnis ist so geschafft und geschaffen, Fortschritt und Zukunft möglich...

Anton Jessner, August 2009

 

PDF-Vorschau zum Download (14 MByte)

Preis von je 15 Euro, zu bestellen unter +43 699 1944 5887

   waescheleine

 

Anton Jessner

1967 in Spittal an der Drau/Kärnten geboren.

Jessner studierte in den 80er und 90er Jahren Informatik, Philosophie und Wissenschaftstheorie an der Johannes Kepler Universität Linz und betrieb Grundlagenforschung in künstlicher Intelligenz und Systemtheorie. Zentrale Fragen waren „was unterscheidet den Menschen von der Maschine“ und „wo liegen die Grenzen der Algorithmisierbarkeit“ („in Regeln Fassbarkeit“), Abstraktion zur Komplexitäts-reduktion und die dafür notwendige Kreativität (des Menschen bzw. eventuell auch der Maschine) für das Entstehen von Neuem und Beschäftigung mit Reproduktion von Realität und Wirklichkeit.

Danach schloss er eine langjährige Ausbildung zum Gruppendynamiker beim ÖAGG mit dem Schwerpunkt Organisationsentwicklung ab.

Mit dem Besuch 2006 der internationalen Sommerakademie für bildende Kunst, Klasse Aktionsmalerei, in Halbenrain unter der Leitung von Prof. Hermann Nitsch begann für ihm eine intensive Auseinandersetzung mit Kunst, Körper und Gefühl. Jessner erweiterte sein Œuvre unter anderem in der Kunstfabrik Wien und an der Kunstakademie Bad Reichenhall in Deutschland bei Prof. Markus Lüpertz.

Aktuell beschäftigt sich Jessner mit der Kombination von Organisationsentwicklung, Gruppendynamik und Kunst. Er lebt und arbeitet in Wien.